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Als gelernter Kulturwissenschaftler und praktizierender Journalist, der sich - unter anderem - auch mit "Computerthemen" beschäftigte, leistete ich mir meinen ersten eigenen Internetzugang im Jahr 1994. So besonders beeindruckend fand ich das WWW damals nicht gerade. Suchmaschinen gab es noch nicht - Yahoo war erst im Entstehen. Die bekannten amerikanischen Wissenschaftsseiten waren dröge wie Brotkanten, das deutsche DeNic verwaltete gerade einmal 900 Adressen, und deren Angebote waren kaum der Rede wert.

Bild: CharlierDas diskussionsfreudige Usenet war für jemanden, der die Universität schon eine Zeitlang hinter sich hatte, ein Buch mit sieben Siegeln. Das "andere Netz" der Hobby-Netzwerker und privaten-Informationsdienste fand hauptsächlich in Mailboxen statt. Oder in den Foren von Compuserve, in denen ich schon seit Anfang der 90er Jahre jene neue Art der Kommunikation kennengelernt hatte, bei der man mit Leuten aus Australien oder Alaska "redete", als ob die am gleichen Tisch säßen - die allerdings doch sehr merkwürdige Schlafenszeiten hatten.

Bei Compuserve, dessen Besitzer damals noch glaubten, "ihren" Teil der Netzwelt gegen das Internet abschotten zu können, erwarben Nicht-Techies wie ich dann das Knowhow und fanden die Adressen, die den Gang ins Internet als lohnendes Abenteuer erscheinen ließen. Im Rahmen meiner Mitarbeit an der Mitarbeiterillustrierten "Report" der IBM - das Unternehmen wollte seine Belegschaft auf die Einführung des Internetzugangs an den Arbeitsplätzen vorbereiten - "entdeckte" ich im Jahr 1995 die gerade entstehende Netzliteratur. Es gelang, die Unternehmensleitung für den Fund zu interessieren, und so kam es zur Ausschreibung des Internet-Literatur-Wettbewerbs von IBM und Die Zeit, den ich in den folgenden Jahren betreute und der die Entstehung einer eigenständigen deutschen Netzkultur wesentlich beeinflußt hat.

Nun, der "Report" ist im Zuge des allgemeinen Rationalisierungsfiebers längst eingestellt, der Internet-Literatur-Wettbewerb fand 1998 zum letzten Mal statt, aber das Engagement für das Netz und seine Kommunikationskultur sind geblieben und stehen seitdem im Mittelpunkt meiner Arbeit: Herstellung von Kommunikation über das Internet. Heute wie damals sehe ich in der Beachtung sprachlicher und ästhetischer Konventionen von Zielgruppen die Voraussetzung dafür, daß Kommunikationsangebote ankommen. Und deutlicher als früher sehe ich in den Webstandards die technische Grundlage dafür, der Webkommunikation die größtmögliche Reichweite zu verleihen. Mit dieser Zielsetzung unterstütze ich Unternehmen, Organisationen und Agenturen bei der inhaltlichen und technischen Gestaltung von Netzkommunikation.

Um auch Leistungsbereiche abdecken zu können, die außerhalb meiner Kernkompetenz liegen, kooperiere ich mit der Kommunikationsdesignerin Claudia Klinger, mit der ich seit 2000 das Webwriting-Magazin publiziere. Seit Anfang 2001 arbeite ich zusätzlich mit dem Marketing-Spezialisten Oliver Baer zusammen. um Kapazitäten und Kompetenzen in größerem Maßstab nutzen zu können.

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Ort:http://www.kommkonzept.de /kontaktperson.shtml, Stand 28.04.2005, 10.22 , © Dr. Michael Charlier

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